Der Radrennsport in der BSG Lokomotive Elstal von 1958 bis 1965

In der BSG Lok Elstal wurde im August 1958 die Sektion Radsport gegründet. Die fünf Gründungsmitglieder kamen von der BSG Stahl Hennigsdorf. Zu ihnen gehörten Heinz Treptow als Sektionsleiter, Willi Havemann als Übungsleiter sowie die drei Radsportler Volker Neustadt, Manfred Grätz (beide aus Falkensee), Manfred Klack (aus Dallgow). Die kleine Sportgemeinschaft  erbrachte im Radsport bald sehr gute Leistungen.

21 Radsportler kamen dazu: Ab 1959 Lothar Bathe, Manfred Büttner, Dieter Fenske, Siegfried und Wolfgang Höbel, Lothar Lehmann, Gerhard Rehberg, Robert Rettig, Gustav Ruderich, Joachim Schöning, Wolfgang Schulze, Erwin Skumawitz, Peter Wegner; ab 1960 Alfred Klützke, Hans Kubicki, Bernd Specht; ab 1961 Lothar Lewin, Peter Stoye, Klaus Weidig; ab 1962 Klaus Vita, Hans-Jürgen Dressler; ab 1963 Herbert Liefke, Karl-Heinz Tews.

Für die oberste Leistungsklasse I bei den Männern qualifizierten sich von der BSG Lok Elstal:

Lothar Bathe 1958-59, Joachim Schöning 1961, Hans Kubicki 1956-60, Dieter Fenske 1961 (in der BRD 1964-66 A-Klasse), Siegfried Höbel 1962-63, Manfred Grätz 1962-66.

Hans Kubicki fuhr 1956–59 beim SC Dynamo Berlin, bei den DDR-Meisterschaften - im Radcross 1957 (3.), 1958 (2.), - im 100 km-Mannschaft-Straße 1958 (2.), bei den Weltmeisterschaften im Radcross 1957 (23.) und 1958 (25.).

Persönliche Freizeiten zum Training in der oberen Leistungsklasse der Männer schufen sich Hans Kubicki, Dieter Fenske, Siegfried Höbel, Wolfgang Höbel. Manfred Grätz erhielt das zeitweise über die BSG Lok Elstal bis zur Einmischung der Stasi.

Für die mittlere Leistungsklasse  II bei den Männern qualifizierten sich: Manfred Büttner 1960-63, Wolfgang Höbel 1961-62 (in der BRD 1964 B-Klasse), Gerhard Rehberg 1963-64, Alfred Klützke 1963-64.

In der Jugend 16 bis 18 Jahre starteten in der Lkl.  I zwei Sportler: Manfred Grätz 1960-61, Alfred Klützke 1961-62.

Die Radsportler von Lok Elstal erreichten viele Erfolge bei Straßen-, Rundstreckenrennen und im Radcross

Zunächst vermutete man den kleine Ort Elstal in der Nähe des Flusses Elster in Sachsen, doch das änderte sich bald. Klützke wurde 1961/62 Seriensieger (7 x 1.) im Radcross in der Jugend 16-18 Jahre bei DDR-offenen Rennen.

Die BSG Lok Elstal richtete 1964 die DDR-Meisterschafts-Revanche im Radcross aus (Grätz 5.).


Erfolge bei Bezirksmeisterschaften:

  • Straße Männer: 1959 (Büttner 3.), 1960 (Büttner 1.), 1961 (W. Höbel 2.), 1963 (S. Höbel 1.),
  • Radcross Männer: 1962 (S. Höbel 1.), 1964 (Grätz 2.)
  • Straße Jugend 16-18: 1960 (Grätz 3.)
  • Radcross Jugend 16-18: 1960 (Grätz 2.), 1961 (Klützke 1., Grätz 2.), 1962 (Klützke 1.)
  • Straße Jugend 14-16: 1959 (Grätz 3.),


Erfolge bei DDR-Meisterschaften (Qualifizierung dafür erforderlich):

  • Straße Männer: 1963 (S. Höbel - 25. - als bester BSG-Fahrer)
  • Straße Jugend 16-18: 1960 (Grätz 23., im zweiten Lauf 1. Platz mit Dippold (DHfK), 1961 (Grätz 18.)
  • Radcross  Jugend 16-18: 1960 (Grätz 7.), 1961 (Grätz 3.), 1962 (Klützke 6.)

 

In das zentrale Trainingslager der Sportvereinigung Lokomotive nach Halbersstadt kamen:

  • 1961 Fenske, 1962 W. Höbel, S. Höbel, 1964 Grätz

An der  DDR-Rundfahrt in der Mannschaft der SV Lokomotive nahmen teil:

  • 1961 Fenske  63., 1962 S. Höbel  55.

Die Jugoslawien- Rundfahrt in der Nationalmannschaft der DDR  fuhr:

  • 1962 S. Höbel 45.

Im Sportclub ASK Vorwärts Leipzig in der Radcross-Gruppe (WM-Nachwuchs) fuhr 1961/1962 Grätz - bis zur Auflösung.


Der DDR-Radsport war in diesen Jahren zu Weltniveau aufgestiegen und hatte viele erfolgreiche Klassefahrer. Im Straßenrennsport gab es bei den Männern drei Leistungsklassen, in der Jugend zwei. Bei den Radsportklassikerrennen standen am Start in der Lkl. III bis 500 Radrennfahrer. Am Streckenrand begeisterten sie die zahlreichen Zuschauer.

Für den Aufstieg bei den Männern von der Lkl.  III in die Lkl.  II benötigte man zwei Plätze unter den ersten Fünf  bei Straßenrennen über 120 km. Sie mussten für mindestens 3 Bezirke offen sein. Im nächsten Jahr  waren für den Klassenerhalt zwei Plätze unter den ersten Zehn in der Lkl. II bei DDR-offenen Straßenrennen über 150 km erforderlich. Im Jahr gab es ca. 150 Sportler in der LKl. II, davon waren ca. 10 % in einem Sportclub. Häufig startete die Lkl. II mit der Lkl. I gemeinsam in einem Rennen. Die Lkl. II wurde für den  Aufstieg bzw. Klassenerhalt gesondert gewertet.

Für den Aufstieg bei den Männern  von der Lkl.  II in die Lkl.  I benötigte man zwei Plätze unter den ersten Zehn bei DDR-offenen Straßenrennen über 150 km. Im nächsten Jahr  waren für den Klassenerhalt zwei Plätze unter den ersten Zehn in der Lkl. I bei DDR-offenen oder internationalen Straßenrennen über 150 km erforderlich.

In der Lkl. I starteten zum Beispiel 1962 aus sechs Sportclubs 126 Sportler. Dazu kamen 66 Sportler aus den Betriebssportgemeinschaften (BSG). Im Sportclub erhielten die Sportler eine wesentlich bessere Förderung. Die BSG-Fahrer fuhren in den beiden oberen Leistungsklassen die Radrennen gemeinsam mit den Spitzensportlern aus den Sportclubs. Allein 50 Clubfahrer gab es in Berlin in der Lkl. I (SC Dynamo und TSC). In Berlin und in dem Umland starteten die Fahrer der Bezirke Potsdam, Frankfurt/O. und Berlin meistens gemeinsam. Ein vorderer Platz eines BSG-Sportlers ist somit ganz anders zu betrachten.

Die Informationen zm Radrennsport wurden zusammengestellt von:
Manfred Grätz, ESV Lok Berlin-Schöneweide